IG-BA 4.1.1: Postheroismus Antimilitarismus in der Literatur. Der ‚brave Soldat Schweijk‘ und seine Rezeption in der deutschsprachigen Literatur.
Seminar, SWS:2, VL Nummer: 40558
Startdatum:12.11.2015 Enddatum: 12.12.2015
Termine:
Donnerstag von: 16:00 bis: 18:00 Raum:


Anmeldung:

Die Anmeldung erfolgt über moodle (https://elearning.uni-bayreuth.de).


Inhalt der Lehrveranstaltung:
Als zur 100. Wiederkehr des Beginns des Ersten Weltkriegs eine neue, modernisierte Übersetzung von Hašeks Klassiker Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg (1921-23) ins Deutsche erschienen ist, wurde offenbar, dass die Figur dieses „stille[n], bescheidene[n], leicht schäbige[n] Mannes” keineswegs bloß dem vergangenen Jahrhundert angehört. Seine Sprache verzichtete in dieser Übersetzung auf das banalisierende ,Böhmakeln’ der bisher einzigen Übersetzung von Grete Reiner, dem Text wurde ein ausführlicher Kommentar zugefügt. Öffnet dies einen neuen Zugang zu der schillernden Figur dieses zur Weltliteratur zählenden Werks? Das Seminar soll zuerst anhand historischer Literatur (Herfried Münkler, 2013) das Besondere des Ersten Weltkriegs hervorheben und seine beispielhafte Reflexion in der bildenden Kunst (Käthe Koll-witz, Otto Dix) sowie der deutschsprachigen Literatur (Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit, 1918/19; Franz Kafka: In der Strafkolonie, 1919) skizzieren. In einem nächsten Schritt wird Schwejk als wichtiger Antizipator des heutigen Postheroismus gezeigt. In diese Richtung geht auch Brechts Schweyk im zweiten Weltkrieg von 1944; auch auf dieses Stück wird eingegangen und gezeigt, wie die Figur als “subversiver Schelm” (Jürgen Eder) wirkt und den Antimilitarismus reflektiert.
Allgemeines:
Information für BA-Nebenfachstudiernde: Dies ist ein PS zur kulturthematischen Literaturwissenschaft (IG-M4.1.); Teilnahme­voraussetzung: IG-M1.2; IG-M1.4Information für BA-Nebenfachstudiernde: Dies ist ein PS zur kulturthematischen Literaturwissenschaft (IG-M4.1.); Teilnahme­voraussetzung: IG-M1.2; IG-M1.4
Literaturhinweise zu dieser Veranstaltung:
Herfried Münkler (2013): Der große Krieg. Die Welt 1914-1918. Berlin: Rowohlt. Reinhard Baumgart (1966): Unmenschlichkeit beschreiben. In: Deutsche Literatur der Gegenwart. Kritiken. Essays. Kommentare. München: dtv, S. 67-86. Elias Canetti (1975): Das Gewissen der Worte. München/Wien: Carl Hanser. Jürgen Eder (2008): Der subversive Schelm. Bertolt Brechts Schwejk im Zweiten Weltkrieg. In: Aussiger Beiträge 2, S. 137-145. Antonín Brousek (2014): Jaroslav Hašek – Die Sphinx am Wirtshaustisch. In: Jaroslav Hašek: Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg. Stuttgart: Philipp Reclam, S. 960-985.
Für Hörer aller Fakultäten: nein

Universität Bayreuth -